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"Und in Wahrheit seid ihr die Anzeichen. Ihr seid der Katalysator. Ihr seid das Ergebnis. Es ist die Hingabe in den Seinszustand der Liebe, und sonst nichts. Und durch dieses Erscheinen, wie der Phönix aus der Asche, wird der Meister, der Mitschöpfer, der Katalysator bereit sein, den anderen bei ihrer Geburt zu assistieren."
Erzengel Michael


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Montag, 12. September 2016

KenFM-Positionen 7: Journalismus oder Propaganda - Wenn Recherche zum Risiko wird



TOP-Leute, tolle Sendung, hoch interessant!
Quelle:
https://www.youtube.com/watch?v=9_-R1MwF2HI&feature=em-uploademail
Im Folgenden der Video-Begleittext mit Kapiteln:


Veröffentlicht am 04.09.2016
Bis in die Achtziger Jahre war politischer Journalismus in Deutschland einfach. In den Parlamenten gab es echte Lager. Wer zwischen schwarz, rot, grün und gelb unterscheiden wollte, musste kein Experte sein. Personen und ihre bekanntesten Köpfe standen sich frontal gegenüber. Helmut Kohl und Joschka Fischer waren kein „Team“, so wie Herbert Wehner und Franz-Joseph Strauss nie im selben Lager standen.



Was also tat der politische Journalist in der Regel? Er setzte sich nicht zwischen alle Stühle, sondern entschied sich für eine der ihm bekannten Seiten. Zu diesen Seiten gab es die entsprechenden Gazetten, Sender und Redaktionen. Man musste nicht groß recherchieren oder Gegenrecherche leisten, um im Geschäft zu bleiben. Es reichte z.B., in der FAZ oder der WELT eher konservative Positionen als „richtig“ zu verkaufen, während man beim SPIEGEL oder STERN linken oder liberalen Politikern nach dem Mund redete.



Sicher gab es immer auch investigative Reporter, die lagerübergreifend nach dem großen Skandal suchten und diesen auch fanden – nur war das immer die Ausnahme. Dieser Journalismus machte immer extrem viel Arbeit, und er konnte nicht auf einem betonierten Weltbild aufbauen. Wer im Dreck wühlte, wurde berühmt, aber eben auch berüchtigt. Die Politik mag solche Journalisten nicht.



Mit dem Entstehen der großen „Mitte“ in der Politik – alles ist verhandelbar und wenn es um die Macht geht, sind auch sämtliche Positionen jederzeit ins Gegenteil drehbar – hat der Journalist ein Problem. Er kann sich nicht mehr zurücklehnen, sondern muss die Realität tatsächlich erforschen, um sie autark medial zu erschaffen. Medienrealität. Nur wie macht man das?



An diesem Punkt scheitern die meisten Kollegen heute, denn sie haben es nie gelernt. Erschwerend hinzu kommt, das mit dem Internet das Informationsmonopol der Mainstream-Medien und damit des Staates verloren gegangen ist. Dieser Verlust fester Orientierungspunkte, der Medienmacher und Medienkonsumenten gleichermaßen verunsichert, hat zum Verlust dessen geführt, was man früher Vertrauen nannte, was in Wahrheit aber nur ein deutlich kleinerer Ausschnitt der Wirklichkeit war.



2016 leben wir in einem Informations-Overkill. Wahrheit und Propaganda sind kaum noch zu unterscheiden, und echte Recherche wird kaum noch bezahlt. Wenn sie dennoch stattfindet, kann sie zum Berufsrisiko werden, das die journalistische Karriere vorzeitig beendet.



Die 7. Ausgabe von POSITIONEN beschäftigt sich mit dem Thema:
„Journalismus oder Propaganda – wenn Recherche zum Risiko wird.“



Unsere Gäste Frieder Wagner, Aktham Suliman, Jochen Scholz und Walter van Rossum wissen, was es bedeutet, den Beruf des Journalisten so auszuüben, dass man auch dann noch recherchiert, wenn man erkennen muss, dass man dabei ins Fadenkreuz der Mächtigen gerät.



Inhaltsangabe in Kapiteln:


00:03:44 Vom Verschwinden des Pluralismus in den deutschen Medien


00:08:14 NATO-Militärpolitik: Ethische Grundlagenverschiebung ab 1990


00:15:49 Tabuthema Uranmunition: Wie die tödlichen Wirkungen dieser Kriegswaffen durch Politik und Medien verschwiegen werden


00:29:31 Das System Journalismus: Wie weit reicht die journalistische Motivation zur „ehrlichen“ Arbeit? Zwischen Sprachregelungen und Rudelführertum


00:54:14 Kriegsberichterstattung: Georgien, Irak, Syrien. Wie verlässlich sind medial verbreitete „Beweise“?


01:01:11 Wahlkampf 1998: Schröder vs Kohl. Politische Absprachen im Vorfeld des Kosovo-Krieges?


01:05:10 Die deutsche Presse seit Ende des Kalten Krieges: Konformismus und Qualitätsverlust


01:14:51 Die Konstruktion von Narrativen im Journalismus: „Gut gegen Böse“


01:33:26 Alpha-und Gamma Journalisten: Möglichkeiten und Grenzen im Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk


01:49:00 Berichterstattung über: Irak, Lybien, Syrien/ Leserkommentare als Hoffnungsträger


02:00:00 Vom infantilen Umgang mit Flüchtlingen: positiver Rassismus nicht besser als negativer Rassismus


02:04:00 Gute Bomben aus den USA- Schlechte Bomben aus Russland 


02:14:29 Die Definition von Terrorismus: Wer terrorisiert eigentlich wen?


02:19:29 Die Aufkündigung der souveränen Rechtsstaatlichkeit: USA erlässt den „National Defense Authorization Act“ 


02:23:42 Ursprünge und Auswirkungen des positiven Amerika-Bildes nach 1945 in Deutschland


02:29:10 Alternativen zum Mainstream: Neue Wege zur Durchsetzung journalistischer Glaubwürdigkeit



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